Pädagogische Grundlagen

Du hast das Recht, genauso geachtet zu werden wie ein Erwachsener.
Du hast das Recht, so zu sein, wie du bist.
Du musst dich nicht verstellen und so sein, wie es die Erwachsenen wollen.
Du hast ein Recht auf den heutigen Tag, jeder Tag deines Lebens gehört dir, keinem sonst.
Du, Kind, wirst nicht erst Mensch, du bist Mensch.

(Janusz Korczak)

Dieses Gedicht verdeutlicht die Wertschätzung, die wir für jedes Kind haben. Diese Wertschätzung bildet die Basis für das Arbeiten in unserer Kindertagesstätte und damit für unsere gesamte pädagogische Konzeption.
Lerninhalte und Lernziele sind an den Kindern orientiert.
Der Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit bildet der situationsorientierte Ansatz.

Ein offenes Haus

Wir praktizieren ein gruppenübergreifendes Arbeiten, das heißt u.a., dass während der Freispielphasen die Türen der Gruppenräume geöffnet bleiben und die Kinder ihre Spielräume und Spielpartner frei wählen können. Somit haben sie die Möglichkeit, ihre Beziehungen auch außerhalb der Gruppe zu erweitern und alters- sowie entwicklungsentsprechende SpielpartnerInnen zu finden.
Innerhalb des Freispiels haben die Kinder auch die Möglichkeit, gruppenübergreifende Angebote wahrzunehmen. Wir sehen unsere Aufgabe u.a. darin, diese Angebote differenziert und flexibel für alle Altersgruppen zu gestalten.

Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit

Unser Interesse ist eine individuelle Förderung des Kindes, die an den eigenen Ressourcen ansetzt.
In unserer Einrichtung werden für Kinder bewusst Entscheidungsspielräume erweitert und ein konsequenter Weg der Freiheit angestrebt.
Kindern wird selbständiges Handeln zugetraut.
Durch die Freiheit, den eigenen Interessen nachzugehen, lernen Kinder nicht nur sich selbst zu organisieren, sondern auch ihre Angelegenheiten selbst zu regulieren.
Indem Kindern entsprechenden Möglichkeiten gegeben werden, werden sie herausgefordert, ihrem Drang nach Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu folgen und für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse schrittweise zu sorgen.

Partizipation und eigenverantwortliches Handeln

Partizipation bedeutet Teilhabe und soll den Kindern ermöglichen, bei der Strukturierung und inhaltlichen Gestaltung des Alltags mitzuwirken.
Partizipation hat zum Ziel, dass Kinder sich mit ihren Ideen wirksam erleben und so zu der Erfahrung kommen, dass sie eine soziale Gemeinschaft mitgestalten können und über den Weg der Freiwilligkeit zunehmend mehr soziale Verantwortung übernehmen.
Durch die Freiheit, den eigenen Interessen nachgehen zu können, lernen die Kinder eigenverantwortliches Handeln.

Ziele

Wir möchten für unsere Kinder, dass sie:

  • sich bei uns sicher und geborgen fühlen
  • möglichst viele Entscheidungen eigenverantwortlich treffen können
  • ihr Selbstvertrauen entwickeln
  • kreativ sein können
  • individuell sein können
  • Offenheit entwickeln
  • Verständnis für den anderen entwickeln
  • motiviert und tolerant sind
  • Wissen erwerben können
  • Zeit haben, eigene Ideen zu entwickeln
  • lernen, sich selbst beschäftigen zu können
  • ihre eigenen Möglichkeiten akzeptieren und entsprechend einsetzen lernen
  • sich untereinander akzeptieren
  • neuen Situationen gewachsen sind
  • untereinander kommunizieren können
  • sich voller Selbstvertrauen mit ihrer Umwelt auseinandersetzen können

 

Vorbereitung auf die Schule

Die Vorschulkinder erwartet in ihrem letzten Kindergarten-Jahr ein besonderes Programm, mit vielen Ausflügen, AGs und Angeboten. Aber auch schon in den ersten Kita-Jahren erleben die Kinder umfassende Bildung. Der Begriff „Bildung“ umfasst nicht nur die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten. Vielmehr geht es in gleichem Maße darum, Kinder in allen ihnen möglichen, insbesondere in den sensorischen, motorischen, emotionalen, ästhetischen, kognitiven, sprachlichen und mathematischen Entwicklungsbereichen zu begleiten, zu fördern und herauszufordern. Die Entwicklung von Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und Identität ist Grundlage jedes Bildungsprozesses.

Zu unseren Bildungszielen gehört:

  • ein Rüstzeug zu vermitteln, um Forderungen des alltäglichen Lebens zunehmend zu erfüllen
  • einander zuzuhören
  • lernen, Ideen und Wünsche konkret auszudrücken
  • miteinander zu diskutieren
  • Kritik angemessen einzubringen
  • lernen, Entscheidungen der Mehrheit zu akzeptieren
  • spielerisch und mit Freude Aufgaben zu übernehmen
  • Merkfähigkeits- und Konzentrationsübungen
  • Freude am Lernen zu vermitteln

und vieles andere mehr…

 

Unsere Persönlichkeit ist ein ständiges Werden.
Es ist ein Wachsen und ein inneres Aufblühen.
Ein Verarbeiten dessen, was uns auf dem Weg zu unseren Zielen begegnet.
Wir können es mit einem Kartenspiel vergleichen.
Das Leben teilt die Karten aus.
Aber wir sind imstande,
immer mehr aus unserem Spiel zu machen, unser ganzes Leben lang.

(Robert O´Brien)